© apops - Fotolia.com

Die 4 häufigsten Handyschäden und wie Sie eine Handy Reparatur vermeiden können

Handy defekt? Für viele kommt das einer mittleren Katastrophe gleich. Das Smartphone ist zu unserem täglichen Begleiter geworden und muss immer und überall dabei sein. All zu leicht vergisst man dabei, dass Handys eine ganze Menge empfindlicher Elektronik im Innern haben, die Sand, Wasser und extreme Temperaturen übel nimmt. Wer sein Smartphone also mit zum Strand oder ins Freibad nimmt, wer es bei Minustemperaturen im Auto lässt oder beim Nachrichten tippen stolpert und es fallen lässt, riskiert einen nachhaltigen Handyschaden. Ist das Smartphone defekt, kann man es je nach Art des Schadens selbst reparieren oder muss es zur Reparatur zum Profi geben.

Wasserschäden: Wie können Wasserschäden am Handy entstehen?

Wasserschäden am Handy sind eine ärgerliche Angelegenheit und können dazu führen, dass das Gerät nicht mehr zu gebrauchen ist. Dabei ist ein kräftiger Regenschauer nur eine von vielen Möglichkeiten wie Wasser bzw. Flüssigkeit ins Handy gelangen kann. Wer zum Beispiel sein Schaumbad nicht ohne Smartphone überstehen kann, sollte gut darauf achten, dass es ihm nicht aus der Hand rutscht. Aber auch die erhöhte Luftfeuchtigkeit im Badezimmer kann dazu führen, dass das Telefon durch Kondenswasser geschädigt wird.

Der Klassiker

Steckt das Handy in einer offenen Hosentasche kann es beim Hinsetzen leicht herausfallen und dabei in Kontakt mit Flüssigkeiten geraten. Auch wer sein Handy in der offenen Brusttasche von Hemd oder Bluse transportiert und dies vergisst, während er sich über Toilette oder gefülltes Waschbecken beugt, läuft Gefahr, dass das Gerät ins Wasser plumpst.

Vorsicht an der Theke

Auch die Wahrscheinlichkeit, dass verschüttete Getränke ein auf dem Tisch liegendes Telefon erwischen, ist relativ hoch. Hier hat man nicht nur das Problem, dass Wasser ins Handy eindringt – im Fall von Cola oder anderen Softdrinks kann das Innenleben des Geräts zusätzlich durch Zucker verklebt werden.

Strand und Schwimmbad

Auch wenn es gefährlich ist, sieht man es immer wieder: Das Smartphone wird mit an den Strand und ins Schwimmbad genommen. Verständlich, denn man möchte ja auch hier mit seinen Freunden und der Familie verbunden sein. Wer sein Handy also mitnimmt, sollte besonders gut auf es achten, denn neben der Gefahr, dass es einem aus der Hand ins Wasser fällt, besteht hier auch Gefahr durch Spritzwasser.

Talking in the rain …

Auch ein starker Regenguss kann einen Wasserschaden beim Handy verursachen – also besser nicht draußen telefonieren oder simsen, wenn es gerade heftig regnet. Ein paar Tropfen auf dem Display dagegen sollten keine Gefahr für das Smartphone darstellen.

Sommer, Sonne, Sport

Ein oft unterschätztes Problem ist das Schwitzen: Wer im Sommer beim Sport so richtig ins Schwitzen kommt, sollte aufpassen, dass der Schweiß nicht bis zum Handy vordringt, denn auch diese Flüssigkeit kann dem Gerät schaden. So hat das Smartphone keinen Wasserschaden – unbrauchbar ist es aber trotzdem, denn Schweiß enthält eine Menge Mineralien, die dem empfindlichen Innenleben des Handys zusetzen.

Wasserschaden am Handy! Was kann man tun?

Eins vorweg: Am besten lässt man das Handy bei feuchter Witterung, im Schwimmbad oder am Strand in der Tasche oder benutzt eine wasserdichte Schutzhülle. Wer dringend telefonieren muss, sollte ein Headset benutzen. Ist das Smartphone aber trotz aller Vorsicht dennoch mit Feuchtigkeit in Kontakt gekommen, gilt es schnell zu handeln um einen Wasserschaden zu vermeiden.

Schnell sein

Ist das Handy ins Wasser gefallen, zählt jede Sekunde. Fischen Sie das Gerät so schnell wie möglich heraus und entfernen Sie den Akku, sofern dieser nicht – wie beim iPhone – fest verbaut ist. So minimieren Sie die Gefahr eines Kurzschlusses.

Entfernen Sie alle Teile, die sich entfernen lassen, ohne das Smartphone zu zerstören. Also Speicherkarte und SIM herausnehmen, damit Luft an die Anschlüsse kommt und sie trocknen können.

Drücken Sie auf keinen Fall auf den Tasten herum und schalten Sie das Smartphone nicht ein, falls es beim Sturz ausgegangen ist. Außerdem sollten Sie das Gerät möglichst ruhig halten und nicht hin und her drehen, damit sich das eingedrungene Wasser nicht weiter verteilt. Keine Sorge wegen der erloschenen Garantie beim Auseinandernehmen des Handys: Ein Wasserschaden ist sowieso kein Garantiefall.

Trocknen

Hat Ihr Smartphone einen Wasserschaden erlitten, sollten Sie als erste Hilfe alle Teile sorgfältig mit einem Stück Küchenpapier oder Papiertaschentüchern trocknen. Dann lassen Sie alle Einzelteile für sich an der Luft trocknen. Widerstehen Sie der Versuchung, das Ganze mit dem Föhn oder auf der Heizung zu beschleunigen! Mindestens 2 Tage müssen Sie sich schon gedulden, damit auch innen alles wirklich trocken ist. Legen Sie das Handy auch nicht in die pralle Sonne, da hier, ebenso wie auf der Heizung oder im Backofen, Überhitzung droht.

Reis

Eine bewährte Möglichkeit ist es, das Handy mit Wasserschaden in ein Gefäß mit trockenen Reiskörnern zu legen. Dabei sollte das Smartphone ganz mit dem Reis bedeckt sein. Der trockene Reis entzieht dem Gerät die Flüssigkeit und wenn man Glück hat, bleibt kein Schaden zurück. Ideal ist es, wenn die Dose luftdicht verschlossen werden kann und das Smartphone 2 Tage Zeit hat, darin zu trocknen.

Nach der Trocknungszeit können Sie einen Versuch wagen und das Gerät einschalten. Mit etwas Glück sind Sie mit dem Schrecken davongekommen.

Auch wenn es zunächst aussieht, als sei das Handy mit Wasserschaden gerettet, kann es sein, dass im Innern Korrosion entstanden ist, die das Gerät langsam zerstört.

Isopropanolbad und Ultraschall

Das Bad im Isopropanol soll dazu führen, dass das Wasser durch Alkohol verdrängt wird, der selber komplett verdunstet. Hierbei ist es vor allem wichtig, die Handy-Platine zu behandelt, während andere Teile wie zum Beispiel Display, Gehäuse oder Lautsprecher auf keinen Fall mit Alkohol in Kontakt kommen dürfen. Deshalb sollte man diese Art der Trocknung besser einem Spezialisten überlassen.

Auch Ultraschallbäder werden von Profis eingesetzt, gerade wenn es sich um verschmutztes Wasser, Meerwasser oder Getränke mit Zucker handelt, die in das Handy eingedrungen sind.

Wasserschaden am iPhone: Ab zum Profi

Wem sein iPhone ins Wasser gefallen ist, der sollte der Versuchung widerstehen es selbst auf zu schrauben. In diesem Fall ist es besser, die Reparatur einem Profi zu überlassen.

Sturzschäden: Wie Sturzschäden am Handy entstehen

Nur ein kleiner Moment der Unachtsamkeit und schon ist das Handy runtergefallen. Viele kennen diesen Schreckmoment nur zu gut bis man weiß, ob das Smartphone beim Sturz aus der Hosentasche oder vom Tisch heil davongekommen ist oder ob es einen Sturzschaden davongetragen hat.

Man telefoniert beim Laufen, stolpert kurz und schon rutscht einem das Telefon aus der Hand und landet auf dem Gehweg. Abends wird man beim Chatten in der Kneipe angerempelt und das Smartphone endet splitternd auf dem Fußboden. Gerade das Display nimmt in solchen Fällen oft Schaden und kann dann das ganze Smartphone unbrauchbar machen.

Was kann man tun?

Ist das Handy runtergefallen und nicht auf dem weichen Teppich sondern dem harten Asphalt gelandet, dürfte zumindest das Display den Sturz mit Rissen quittiert haben. So einen Sturzschaden kann man leider nicht so einfach selbst beheben. Ein neues Display muss her und das lässt man am besten den Profi machen.

Auch wenn das Display nach dem Sturz plötzlich Streifen anzeigt oder gleich ganz versagt, kann nur der Reparaturservice helfen.

Wer beim Kauf eine Handyversicherung abgeschlossen hat, hat Glück und muss den Schaden nicht selbst bezahlen. Alle anderen müssen wohl oder übel selbst ran.

Leider greift die Herstellergarantie bei Sturzschäden nicht, da der Schaden ja durch eigene Unachtsamkeit entstanden ist.

Temperaturschäden: Was ist passiert?

Sommerhitze und pralle Sonne können dem Smartphone ganz schön zusetzen. Neuralgische Punkte sind besonders das Display und der Akku: Die hohen Temperaturen schaden dem Akku, sodass dieser sich deutlich schneller entlädt. Insgesamt verkürzt sich die Lebensdauer des Akkus, wenn er großer Hitze ausgesetzt war. Liegt das Handy im heißen Auto oder am Strand in der Sonne, werden gerade in südlichen Ländern schnell Temperaturen von 60 Grad Celsius auf der Oberfläche erreicht. Das hält die empfindliche Elektronik nicht durch und ein Handy Hitzeschaden droht. Auch das Gehäuse kann, sofern es aus Plastik ist, Schaden nehmen. Im schlimmsten Fall versagt das Display komplett seinen Dienst.

Auch bei Kälte ist Vorsicht geboten

Aber das Smartphone nimmt nicht nur große Hitze übel, sondern reagiert auch auf Kälte sehr empfindlich. Das Display reagiert nur noch sehr träge und die Akkulaufzeit nimmt dramatisch ab. Achten Sie also darauf, Ihr Handy im Winter niemals über Nacht im Auto zu vergessen!

Besonders tückisch ist Kondenswasser: Wer nach dem Skilaufen in die warme Stube zurückkehrt, riskiert, dass sich im ausgekühlten Handy Kondenswasser bildet, das große Schäden an der Elektronik anrichten kann. Da die Wasserindikatoren in solchen Fällen den Wasserschaden anzeigen, erlischt auch die Garantie des Herstellers. Vermeiden Sie, dass Ihr Handy einen Kälteschaden bekommt und beugen Sie vor!

Was kann man gegen Temperaturschäden tun?

Um zu vermeiden, dass Ihr Handy einen Hitzeschaden oder einen Kälteschaden davonträgt, ist die beste Devise: Vorbeugen.

Nie im Auto lassen

Lassen Sie Ihr Handy nie in der prallen Sonne oder im Auto liegen. So vermeiden Sie im Sommer das Überhitzen des Akkus und im Winter Kälteschäden. Im Sommer heizt sich das Innere des Wagens schnell auf 70 Grad Celsius auf, während es im Winter dort ebenso kalt ist wie draußen. Beides nehmen die empfindlichen Smartphones sehr übel.

Ausschalten und langsam abkühlen

Sollte sich das Smartphone doch einmal überhitzt haben, schalten Sie es aus und lassen es langsam abkühlen. Bitte das Abkühlen nicht im Kühlschrank beschleunigen! Durch den plötzlichen Temperatursturz könnte sich im Innern des Geräts Kondenswasser bilden, das zu Korrosion führen würde.

Warm halten

Im Winter sollten Sie Ihr Handy immer in der Innentasche der Jacke und nicht im Außenfach des Rucksacks tragen. So vermeiden Sie Kälteschäden am Handy. Auch vor dem Aufladen sollte das Handy erst einige Minuten aufgewärmt werden.

Starke Temperaturschwankungen vermeiden

Beim schnellen Wechsel zwischen eisigen Minustemperaturen und wohlig warmen Innenräumen kann sich im Innern des Handys Kondenswasser bilden. In dem Fall sollte so schnell wie möglich der Akku entfernt werden. Handy und Akku einen Tag lang einzeln trocknen lassen und Daumen drücken, dass das Smartphone wieder an geht.

Schäden durch Sand im Handy

Was ist schöner, als im Urlaub am Strand zu liegen und die Sonne zu genießen? Natürlich werden auch hier fleißig Selfies und Fotos mit dem Smartphone gemacht, WhatsApp-Nachrichten und SMS verschickt. So passiert es schnell, dass Sand im Handy landet. Unbenutzt liegt das Smartphone schnell unter einer Ecke des Handtuchs und das Display unterliegt im Kampf gegen scharfkantige Sandkörner. Auch Anschlüsse und Tasten sind gefährdet: Hier setzt sich der Sand fest und blockiert das Handy. Das gilt auch für Sand, der unter den Akkudeckel kriecht.

Sand wirkt wie Schleifpapier, egal wo er landet. So kommt es schnell zu Kratzern nicht nur auf dem Touchscreen, sondern auch am Gehäuse. Schützen Sie daher unbedingt Ihr Smartphone am Strand ganz besonders!

Was kann man gegen Sand im Handy tun?

Hat sich der Sand erst einmal in den Tasten und Anschlüssen verteilt, hilft zunächst einfaches Pusten. Wenn sich der Sand so nicht komplett entfernen lässt, können Sie mit einem feinen Pinsel nachhelfen und Anschlüsse und Ritzen damit reinigen. Wenn es trotzdem noch knirscht, hilft nur der Gang zur Handy-Klinik, wo das Smartphone professionell gereinigt werden kann. Vorsicht: Wer sein Smartphone selbst aufschraubt, verliert die Garantie des Herstellers!

Vorbeugen

Die beste Maßnahme gegen Sand im Handy ist das Vorbeugen: Lassen Sie Ihr Handy am Strand in der Tasche oder nehmen Sie es erst gar nicht mit. Wer absolut nicht auf sein geliebtes Smartphone verzichten will, sollte ihm eine Schutzhülle und eine Folie fürs Display gönnen.

Ist das Display trotz allem verkratzt, kann eine spezielle Display-Politur helfen. Bei tiefen Kratzern hilft allerdings nur der Austausch des Displays durch einen Profi.

Viele Schäden am Smartphone lassen sich durch entsprechende Vorsicht vermeiden. Denken Sie einfach immer daran: Das Handy ist ein empfindliches Stück Elektronik, das pfleglich behandelt werden will!